Wanderung um den Michaelsberg
Geschichte und Geschichten mit der Naturparkführerin Dr. Annegret Doll
am Freitag, den 10. April 2026
Text und Fotos: Brigitte Hahn
Eine Gruppe von 18 LandFrauen- und Landmännern machte sich am Freitag, 10.4.26 mit der Naturparkführerin Dr. Annegret Doll im Naturpark Stromberg-Heuchelberg auf den Weg rund um den Michaelsberg in Cleebronn.
Wir trafen uns beim „Näserparkplatz“. Dort erfuhren wir zu Beginn Interessantes zur Geschichte des 394 m hohen Michaelsbergs, dessen Geologie: wie sind die Gesteinsschichten entstanden (vor 230 Mio.Jahren, das germanische Becken, Thetys-Meer) insbesondere die bunte Mergelschicht, die unsere Reben schon seit langen Zeiten gut wachsen lässt.
Das Gebiet ist schon lange besiedelt. Funde aus der Bronzezeit und von den später vermutlich ansässigen Kelten machen deutlich, dass die Region schon vor 3000 Jahren besiedelt war.
Dann war das Gebiet in Etappen von den Römern besetzt. Es gab mind. 14 Gutshöfe und Besiedelungen darum herum, die nachgewiesen sind.
120 n. Chr. wurde Güglingen gegründet.
Im 3. Jh. n. Chr. sind die Römer abgezogen.
Als die Römer kamen, war das Gebiet bewaldet. Danach nicht mehr. Die Römer hatten einen enormen Bedarf an Holz z. Bsp. für ihre Töpferöfen und Bäder etc.
Zur Zeit der Römer gab es in der Gegend ein Weinbauverbot. Dieses wurde 280 n.Chr. aufgehoben.
Die Reben kamen somit nicht von den Römern.
Im Jahre 793 n. Chr. wurde das Zabergäu zum ersten Mal als Weinbaugebiet erwähnt.
Wir stiegen die ca. 220 Stufen hoch zum Michaelsberg. Auf halber Höhe (wir genossen einen herrlichen Rundumblick) erzählte uns Frau Doll Sagen vom Ritter Blankenhorn, Altmagenheim, Stockheim usw.
Oben angekommen, legte Frau Doll eine Literaturpause ein. Wir hörten die Geschichte vom Erzengel Michael, dem viele Kapellen in Berglage gewidmet sind. Frau Doll last uns ein Gedicht von Mörike aus dem Jahre 1838 vor, das zu diesem schönen Blick von hier oben passt.
Die Kapelle hatte eine bewegte Baugeschichte und wurde im Jahre 793 in einer Stiftungsurkunde der Nonne Hilteburc erstmals erwähnt – erbaut zu Ehren des hl. Michael.
Frau Doll erklärte uns dann viel Sehenswertes in der Kapelle auf dem Michaelsberg. Der schlicht gehaltene Innenraum lässt viel Historisches entdecken: Gemälde an den Wänden und Decken, Marienstatue, Taufstein, Fenster, gotische Mauern und Sternenhimmel ….
Bevor wir die östliche Treppe wieder absteigen, hörten wir noch eine Legende vom Kapuzinerhospiz.
Mit Blick auf das Hofgut Katharinenplaisier erzählte uns Frau Doll dessen Geschichte:
Erbaut von Georg Xaver Grimme im Jahre 1735 für seine Frau Katharina.
Im Jahre 1943 hat Carl Friedrich Goerdeler (Bürgermeister von Leipzig) das Hofgut erworben.
Er war Gegner von Hitler und dem Naziregime und hat dort zur Sicherheit Menschen aus seiner Familie untergebracht.
Goerdeler selbst wurde nach dem missglückten Attentat auf Hitler umgebracht.
Seine Frau hat das Hofgut 1950 verkauft.
Auf dem Rückweg kamen wir noch an einem schönen Sandsteinunterstand vorbei.
Mit Blick auf Tripsdrill haben wir noch Interessantes zur Geschichte der „Pelzmühle“, die sich zur Altweibermühle und dem heutigen Freizeitpark Tripstrill entwickelt hat, erfahren.
Nach ca. 2 ½ Stunden Wegstrecke durch herrliche Natur, wunderschöne Aussichten, viel neuem Wissen zur Geschichte des Michaelsberges und Geschichten um den Michaelsberg sind wir wieder beim Parkplatz Näser angekommen und haben die Rückfahrt angetreten.
Danke! an Annegret Doll, die uns so kompetent durch diesen Abschnitt des Naturparks Stromberg-Heuchelberg geführt hat. Dies war für alle ein wunderschönes Erlebnis.







