6. März 2026 - Beiträge - Allgemein

Dr Schuldes bei de LandFraua – Beitrag zum Leitthema 2026: Demokratie stärken

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Bei „Erlebt und erzählt“ am 2. März war Bürgermeister Michael Tauch Gast bei den LandFrauen. Der Nachmittag stand unter dem Thema: „Die Rolle der Vereine in der bürgerlichen Gemeinde“.

Im Gespräch spannte Herr Tauch einen Bogen von den Ursprüngen des Vereinswesens im deutschen Vormärz bis zur Gegenwart. In Vereinen wurden demokratische Strukturen verwirklicht lange bevor sie im Staat zur Anwendung kamen. Ähnlich wie heute haben schon damals die Mitglieder einen Vorstand gewählt und die Amtsträger bestimmt. Zweck der Vereine war und ist, gemeinsame Interessen zu pflegen, Weiterbildungsangebote zu nutzen und gesellig beieinander zu sein, um miteinander in einen Meinungsaustausch zu kommen.

Herr Tauch betonte, dass Vereine mit ihren Aktivitäten zur Lebendigkeit und Lebensqualität in der Gemeinde beitragen. Bei den meisten Vereinen sind die Amtsträger ehrenamtlich engagiert. Es wird viel Zeit und Können in die Vereinsarbeit investiert, von der Mitgliederwerbung über Kuchenbacken und -verkaufen zum Stärken der Finanzen bis zum Weitervermitteln von Wissen und Fertigkeiten.

Trotzdem steht oft die Frage im Raum, ob Vereine noch zeitgemäß sind. Für das Pflegen vieler Interessen gibt es zwischenzeitlich kommerzielle Angebote, die zu keiner ehrenamtlichen Mitarbeit verpflichten. Man ist mobiler und somit nicht mehr nur auf das Angebot am Wohnort angewiesen. So kann man auch Ausflugsziele einfach und individuell erreichen, Bildungsangebote findet man reichlich im Internet – wozu also noch Vereine?

Der LandFrauenverein bietet Orte, an denen diskutiert wird statt nur gepostet, zugehört wird statt verurteilt, integriert wird statt polarisiert. Medienkonsum ist nicht nur bequem und praktisch, sondern birgt auch die Gefahr der Vereinsamung. Die Mitgliedschaft in einem Verein stärkt hingegen das Zusammengehörigkeitsgefühl und bietet Raum für geselliges Miteinander. Neulingen im Ort kann man empfehlen, sich einem Verein anzuschließen. So wird man schnell Teil der Ortsgemeinschaft.

Das Gespräch mit Bürgermeister Tauch war lebendig und net bloß Gschwätz. Zwischendurch wurde auch herzlich gelacht. Gell, so ebbes macha mr widder.

Dorothee Hahn